Günther Jarick

Am 10. September 2022 verstarb unser Ehrenmitglied Günther Jarick. Als junger Mann entdeckte er seine Liebe zu Zwerghühnern. An Taubenrassen waren es Strasser, Lahore und Hamburger Sticken. Besonders erfolgreich war er mit der Zucht von Kupferputen. Später folgten Modena und Deutsche Modeneser, aber auch Dresdner Hühner und Kaninchen. Seit 1961 war er Mitglied des KTZV Vetschau. Bereits 1962 übernahm er als 2. Vorsitzender Verantwortung und wurde 1964 zum Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion hat Günther Jarick die Kleinstadt Vetschau in Züchterkreisen flächendeckend bekannt gemacht. Das geschah vordergründig durch größere Hauptsonderschauen diverser Sondervereine, früher in der DDR SZG genannt. Einige Huhntaubenschauen (jeweils ohne Kingtauben!) fanden in Vetschau statt. Doch zunächst musste eine Ausstellungshalle errichtet werden, um nicht von einer Turnhalle abhängig sein zu müssen. Das war eine Aufgabe unter Führung des Tischlermeisters Jarick, die er mit seinem Team in einer Zeit gestaltete, in der Zement oder Hohlblocksteine Mangelware waren.
Als Ausstellungsleiter wirkte er bei weit über 50 Schauen, darunter die 96. LV- Schau 1993 in Vetschau und Calau. Als die Modena in den Osten „einsickerten“ war er frühzeitig unter ihren Züchtern. Nach der Anerkennung der Rasse wurde ihre Betreuung der SZG Deutsche Modeneser übertragen. Der Gruppe der Modenazüchter stand Günter Jarick vor und daraus bildete sich nach der Wende die Gruppe Ost im SV der Modena, deren erster Vorsitzender ebenfalls Günther Jarick wurde. 2001 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Von 1984 an war Günther Jarick fast 20 Jahre lang als Preisrichter aktiv. Von 1988 bis 2008 war er Vorsitzender des KV Calau und seit 2008 Ehrenvorsitzender. 2001 war er Gründungsmitglied des Niederlausitzer RTV, wo er später ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Alle Erfolge aufzuzählen, wäre zu umfassend, aber der Staatspreis auf seine Puten, kupfer bei der Kleintiersiegerschau 1989 und mehrere Sieger-Titel auf die Modena in Leipzig, sowie zahlreiche Kreismeistertitel auf Dresdner und Höchstnoten bei vielen Schauen krönten seine züchterische Laufbahn. Für seine Verdienste wurde er Bundesehrenmeister, zum VDT-Ehrenmeister und zum Meister der Rassegeflügelzucht im LV Berlin-Brandenburg ernannt. Nachdem seine Frau, die er lange gepflegt hat, im vorigen Jahr verstorben ist, brauchte er selbst Pflege und lebte zuletzt in einem Seniorenheim.

Wir danken Günther Jarick für seine Lebensleistung für die Deutsche Rassegeflügelzucht und betrauern einen guten Zuchtfreund und Menschen.

Deine Zuchtfreunde vom Niederlausitzer Rassetaubenverein

Ulf Lehmann 

Am 20.11.2021 ist unser Zuchtfreund Ulf Lehmann im Alter von 82 Jahren verstorben. Er wuchs auf dem Dorf auf, somit war ihm der Umgang mit Tieren schon in die Wiege gelegt. Als er dann eine Elektriker-Lehre antrat, war es sein Lehrmeister, der ihn an die Rassegeflügelzucht heranführte. Von ihm bekam er auch seine ersten Rassetauben, Orientalische Roller. Folgerichtig wurde er 1956 Mitglied im KTZV Sallgast. Durch Umzug wechselte er 1960 in den Klettwitzer Verein, dem er dann 30 Jahre angehörte. Seit 1990 war er Mitglied im KTZV Schipkau. In allen Vereinen war er als Zuchtwart aktiv.
In seinem Züchterleben bevölkerten Orientalische Roller, Hamburger Sticken, Dragoon und zuletzt Texaner und Altenburger Trommeltauben in hoher Qualität seine Schläge, was seine zahlreichen Pokale und Bänder beweisen. Mit ihnen wurde er mehrmals Vereinsmeister, viermal Landesmeister und Vereinsmeister im Niederlausitzer Rassetaubenverein. 2001 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des NL RTV und war als 2. Zuchtwart aktiv. Die Mitgliedschaft in den SZG und SV seiner Rassen war für Ulf Lehmann immer eine Grundvoraussetzung. 1979 schloss er seine Ausbildung zum Zuchtrichter in der Zuchtrichtervereinigung Cottbus-Frankfurt/Oder ab, die er dann auf die Gruppen B bis M erweitern konnte. Wegen seiner guten Arbeit wurde Ulf Lehmann 2003 zum Schulungsleiter der PV Berlin-Brandenburg für die Gruppen E-M berufen und führte diese Funktion bis 2010 aus. Ab 2003 war er auch Obmann für Tauben auf den LVS Berlin-Brandenburg. Nach 40 Jahren als Preisrichter hat er seine Laufbahn dann gesundheitsbedingt beenden müssen. Zum Dank wurde er zum Meister der Rassetaubenzucht und zum Ehrenmitglied der PV des LV Berlin-Brandenburg ernannt.
Ulf Lehmann wurde für seine Verdienste auch mit der Goldenen Ehrennadel des VDT, des BDRG und des VDRP geehrt.

Wir verneigen uns vor der Lebensleistung des Verstorbenen im Einsatz für unser Hobby und betrauern einen guten Freund, dem wir ein ehrendes Gedenken bewahren werden. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Erika und den Kindern mit ihren Familien.

Die Mitglieder des NL RTV

 

  Karl-Heinz Sommer 

Am 27.12.2020 verstarb Karl-Heinz Sommer im Alter von 84 Jahren. Tauben faszinierten ihn schon als Kind. Als er bei einem Züchter das erste Mal Strasser sah, war er Feuer und Flamme. Aber er musste noch zwei Jahre warten, bis diese Tauben bei ihm einzogen. 1951 wurde er Mitglied im RGZV Luckau. Eigentlich wollte er dem Verein schon vier Jahre früher als 10-jähriger beitreten, aber der damalige Vereinsvorsitzende sagte zu ihm: “Mache erst die Schule fertig, dann kannst du Mitglied werden.“ Am 2. Januar 1951 war es dann endlich soweit. Es war für ihn eine sehr würdige Veranstaltung, denn die sieben anwesenden Vereinsmitglieder hatten alle das Alter seines Großvaters. 1952 wurde er dann Mitglied in der SZG der Strassertaubenzüchter und hielt seinen Schwarzen bis zuletzt die Treue. Den Weg zur SZG Versammlung in das 50 km entfernte Cottbus legte er in den ersten Jahren mit dem Fahrrad zurück. 1954 stellte er zum ersten Mal bei einer Gruppenschau aus.Auf über 300 Schauen hat er in seinem Leben seine Tieren gezeigt, viele hohe Bewertungen erreicht und Preise mit ihnen errungen. Wenn die Pandemie das Stattfinden der LIPSIA nicht verhindert hätte, wäre Karl-Heinz bestimmt hier mit seinen Tauben vertreten gewesen, wie auch 2019 und das seit 1956. Ihm war kein Weg zu weit, um sich mit seinen Zuchtfreunden zu treffen und sich auszutauschen.
Er nahm regelmäßig am Leben und den Veranstaltungen seiner Vereine teil und gestaltete es in vielen Ehrenämtern mit. Von 1954-2011 war er Schriftführer des späteren Bezirkes 8 des SV Strassertaubenzüchter, wo er von 1987 bis 1991 auch 1. Vorsitzender war. 1991 überführte er den Bezirk 1 in dieser Funktion in den Sonderverein der Strassertaubenzüchter Deutschlands. Im SV Thüringer Barthühner war er von 1966-1980 1. Kassierer. Diese Funktion hatte er von 1990-2012 auch im KV Luckau inne. Im RGZV Luckau-Lübben war er von 1978-1981 1. Vorsitzender und von 1962-2012 als Ringwart tätig. Alle diese Funktionen hat er zur vollen Zufriedenheit und mit großer Zuverlässigkeit ausgefüllt.

Zu Studienzwecken befasste er sich mit verschiedenen Rassen. Ende der 70-iger Jahre waren es Deutschen Modeneser Schietti, rotfahl, die in seinen Schlag einzogen. Aus einem Paar fielen dann die ersten Gelbfahlen. Die Dt. Modeneser in gelb- und rotfahl, gehämmert und mit Binden und seine Strasser züchtete er bis zuletzt. Bei den Hühnern waren es Thüringer Barthühner die lange Jahre seinen Weg begleiteten. 1975 wurde zum Zuchtrichter ernannt und war viele Jahre auf großen und kleinen Ausstellungen gefragt, bis er sein Amt nach über 500 Einsätzen 2011 aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. Er was Sonderrichter für Thüringer Barthühner, Strasser und Deutsche Modeneser.
Von seinen Vereinen wurde Karl-Heinz Sommer in vielfältiger Weise geehrt. 2017 wurde er zum Bundesehrenmeister ernannt. Er war VDT-Ehrenmeister und Meister der Rassegeflügelzucht im LV Berlin-Brandenburg. Im RGZV Luckau war er Ehrenmitglied, wie auch im SV der Strasserzüchter und im SV zur Erhaltung der Thüringer Barthühner und Zwerg-Barthühner. Die Goldene Ehrennadel wurde ihm vom BDRG, vom VDT, von der PV und vom SV der Deutschen Modeneser, vom SV der Strasserzüchter und vom SV zur Erhaltung der Thüringer Barthühner und Zwerg-Barthühner verliehen. 2001 war er Gründungsmitglied des Niederlausitzer RTV. Er hat lange Jahre in der Landwirtschaft in der Tierzucht hart gearbeitet.
Mit Karl-Heinz Sommer verlieren wir einen allseits beliebten Zuchtfreund, der sich mit seinem bescheidenen
Auftreten und seinem beachtlichen Fachwissen niemals in den Vordergrund stellte und mit dessen Hilfe man immer rechnen konnte. Wir verneigen uns vor der Lebensleistung und der Person von Karl-Heinz Sommer. Unseren verehrten Zuchtfreund haben wir am 8.01.2021 in Luckau zu Grabe tragen. Unser Beileid gilt seinen Kindern mit Enkeln und Urenkeln, sowie seiner Weggefährtin Anita, die ihn in den letzten Jahren die Teilnahme an den Veranstaltungen seiner Vereine ermöglichte, in dem sie ihn chauffierte und begleitete.

Die Mitglieder des Niederlausitzer Rassetaubenverein

Vielen Dank für Ihren Einsatz für die letzte Ehre welche Karl-Heinz Sommer zu teil wird. Mir ist es wie vor wenigen Jahren, dass ich mit ihm in Tettau gerichtet habe. Das er 2011 als PR aufgehört hat zeigt mir wie schnelllebig unsere Zeit ist und man viel zu wenig Zeit mehr für das Miteinander hat. Karl-Heinz Sommer wird uns immer in guter Erinnerung bleiben, möge er in Frieden ruhn.
Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund

Christoph Günzel
Präsident des BDRG e.V